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Halle (Saale)
哈勒华人基督团契Chinesisch Christliche Gemeinde Halle

Halle & der GlaubePerson1805–1898

Georg Müller

George Müller

Theologiestudent in Halle; versorgte später in Bristol im Gebet über zehntausend Waisen

Es war ein Samstagabend Mitte November 1825, und im Hause des Halleschen Kaufmanns Wagner fand eine Gebetsversammlung statt. Ein ausschweifender preußischer Theologiestudent trat ein – und in jener Nacht wurde er wiedergeboren. Sein ganzes späteres Lebenswerk sollte aus eben solchem Gebet erwachsen.

Der verlorene Sohn im Theologiestudium

Georg Müller (1805–1898) war Preuße, in jungen Jahren ausschweifend – und studierte ausgerechnet Theologie an der Universität Halle. In seiner Autobiografie gesteht er: Bis Anfang November 1825 hatte er nie eine Predigt des Evangeliums gehört. Eben in der Mitte jenes Monats erreichte ihn das Evangelium – in jener Versammlung im Hause Wagner kehrte er um und wurde wiedergeboren. Dass ein Theologiestudent Gott erkannte, geschah nicht im Hörsaal, sondern bei einer Versammlung in einem Privathaus.

Der Mieter des Waisenhauses

Während seiner Zeit in Halle wohnte er etwa zwei Monate lang unentgeltlich in einem Zimmer, das August Hermann Francke (1663–1727) in seinem Waisenhaus für arme Theologiestudenten bereithielt. Über hundert Jahre zuvor hatte Francke dieses Waisenhaus ohne Geld gegründet, allein im festen Vertrauen, dass Gott das Gebet erhört; 1835 las Müller Franckes Lebensbeschreibung und wurde tief bewegt. Im Jahr darauf eröffnete er im englischen Bristol ein Waisenhaus, das keine Menschen um Spenden bat, sondern seine Not allein Gott im Gebet vortrug. Zeit seines Lebens versorgte er über zehntausend Waisen und bekannte öffentlich: Sein Vorbild war eben Francke von Halle.

Der Strom nach China

Müllers Glaube blieb nicht in England. 1865 gründete Hudson Taylor die China-Inland-Mission; das „Glaubensprinzip“, an dem er festhielt, folgte ausdrücklich dem Vorbild Müllers, und Müller war zugleich einer der Hauptförderer der Mission. So ergibt sich eine klare Linie: Francke führte in Halle im Gebet ein Waisenhaus; Müller wurde in Halle wiedergeboren und folgte Francke; Taylor folgte Müller, und mit der China-Inland-Mission drang das Evangelium tief ins Innere Chinas vor.

Halle hat nie unmittelbar Missionare nach China gesandt, aber aus dieser Stadt floss eine Ader des Glaubens hinaus, die den ganzen Weg bis nach China reichte. Heute betet und lobt eine Gruppe chinesischer Christen in Halle auf Chinesisch – und diese Linie ist an ihren Ausgangspunkt zurückgekehrt. Der, auf den wir vertrauen, ist eben jener Gott, der das Gebet erhört.

„Bis Anfang November 1825 hatte ich nie eine Predigt des Evangeliums gehört.“

– Georg Müllers Autobiografie (übersetzt)

Quellen