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Halle (Saale)
哈勒华人基督团契Chinesisch Christliche Gemeinde Halle

Halle & der GlaubePerson1663–1727

August Hermann Francke

Herz des Halleschen Pietismus; Gründer des Waisenhauses und der „Schulstadt“

Vier Taler und sechzehn Groschen aus dem Opferstock waren der Anfang von allem. Im Frühjahr 1695 gründete Francke damit eine Armenschule; als er 1727 starb, war daraus eine „Schulstadt“ von etwa dreitausend Menschen geworden.

Die Wiedergeburt in Lüneburg

1687 erfuhr der vierundzwanzigjährige Francke (August Hermann Francke, 1663–1727) in Lüneburg die Wiedergeburt, während er sich auf eine Predigt über Johannes 20,31 vorbereitete. Damals war er noch ein junger Dozent an der Universität Leipzig.

Zweimal verdrängt

Wegen seiner pietistischen Predigt wurde er in Leipzig und in Erfurt zweimal verdrängt. Im Januar 1692 kam er auf Speners (Philipp Jakob Spener) Empfehlung als Professor für Griechisch und orientalische Sprachen an die neu gegründete Universität Halle. Die Professur war unbesoldet, und so verdiente er sich seinen Unterhalt als Pfarrer an St. Georgen in Glaucha, bis er 1698 zum Professor der Theologie wechselte.

Ein Opferstock

Im Frühjahr 1695 fand er im Opferstock seiner Gemeinde vier Taler und sechzehn Groschen und gründete mit diesem Geld eine Armenschule. Am 18. September 1698 wurde das Waisenhaus gegründet und erhielt ein kurfürstliches Privileg. Er hatte kein Geld, doch er glaubte fest, dass Gott Gebet erhört – und tatsächlich strömten von überall her Spenden herbei. Das Gebet ist der Schlüssel zur Geschichte Halles.

Fünfunddreißig Jahre

Als Francke 1727 starb, zählte die „Schulstadt“ über 2.200 Schüler (etwa hundert davon Waisenkinder im Haus), 175 Lehrer und 8 Inspektoren, die ganze „Schulstadt“ etwa 3.000 Menschen. Die Theologische Fakultät der Universität Halle war damals die größte theologische Fakultät Deutschlands, an der etwa sechstausend kirchliche Mitarbeiter ausgebildet wurden. Das Gesangbuch von 1704, die Mission von 1706, die Bibelanstalt und die Halleschen Berichte von 1710 – jedes wuchs später zu eigener Größe heran; ihre Wurzeln aber liegen alle in diesen fünfunddreißig Jahren.

Die gängige kirchengeschichtliche Einschätzung sieht in Franckes Tod 1727 den Höhepunkt des Pietismus. Doch dieser Schlüssel, das Gebet, ging nicht mit ihm ins Grab: Georg Müller (1805–1898) erlebte in Halle die Wiedergeburt und gründete in Bristol, angeregt durch die Lektüre von Franckes Lebensbeschreibung, ein Waisenhaus allein aus Gebet, ohne Spendenaufrufe; Hudson Taylor folgte Müllers Vorbild und gründete 1865 die China-Inland-Mission. So floss die Linie des Glaubensgebets bis nach China. Heute versammelt sich in Franckes Stadt eine Schar chinesischer Christen zum Gebet – und den wir anrufen, ist eben der Gott, der sein Gebet erhörte.

„Aber die auf den HERRN harren, kriegen neue Kraft, daß sie auffahren mit Flügeln wie Adler, daß sie laufen und nicht matt werden, daß sie wandeln und nicht müde werden.“

– Jesaja 40,31; von Francke selbst gewählt und über dem Portal des Waisenhauses eingemeißelt

Quellen