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Halle (Saale)
哈勒华人基督团契Chinesisch Christliche Gemeinde Halle

Halle & der GlaubePerson1768–1834

Schleiermacher und Halle

Friedrich Schleiermacher

Professor in Halle (1804–1807), später „Vater der modernen protestantischen Theologie“ genannt

Schleiermacher war nur drei Jahre in Halle: 1804 wurde er Professor an der Universität Halle; Der Krieg legte die Universität still, und 1807 wechselte er nach Berlin. Später nannte man ihn den „Vater der modernen protestantischen Theologie“. Halle erinnert sich an diese drei Jahre.

Drei Jahre

Als er nach Halle kam, war diese 1694 eröffnete Universität bereits über hundert Jahre alt. Die Theologische Fakultät war vom Pietismus begründet worden, doch im 18. Jahrhundert wandte sie sich: Baumgarten führte die Philosophie Wolffs in die Theologie ein; Semler (1725–1791), der „Vater des deutschen Rationalismus“, war einer der Begründer der historisch-kritischen Bibelwissenschaft. Schleiermacher trat im Anschluss an diese rationalistische Wasserader auf das Katheder Halles.

Der Krieg legte die Universität still, und drei Jahre nach seiner Ankunft wechselte er nach Berlin. Zehn Jahre nach seinem Weggang (1817) wurden die beiden Universitäten Halle und Wittenberg vereinigt – die heutige Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg.

Der Pendelschlag

Fährt man mit der Kamera zurück, werden diese drei Jahre erst deutlich. Das theologische Katheder der Universität Halle durchlief einen langen Pendelschlag: Der Pietismus begründete es, der Rationalismus übernahm, Schleiermacher verweilte kurz drei Jahre; neunzehn Jahre nach seinem Weggang trat Tholuck sein Amt an, blieb über fünfzig Jahre in Halle und führte die Theologische Fakultät zum evangelischen Glauben zurück; 1896 übernahm hier zudem Gustav Warneck den weltweit ersten Lehrstuhl für protestantische Missionswissenschaft – die Mission ging von Halle aus und kehrte hundertneunzig Jahre später nach Halle zurück, als eine Wissenschaft.

Wie die Nachwelt seine Theologie beurteilt, ist eine andere Frage. Halle hält fest: Er hat drei Jahre in dieser Stadt gelehrt; und der geistliche Pendelschlag dieser Stadt währt länger als die Amtszeit irgendeines Professors.

Die Jahreszeiten des Katheders

Die Glaubensgeschichte einer Stadt verläuft selten in gerader Linie. Halle hat das Feuer des Pietismus gesehen, den Kälteeinbruch des Rationalismus und auch die Wiedererwärmung des Katheders. Das Katheder hat seine eigenen Jahreszeiten; die Tür aber liegt nicht in der Hand des Katheders. Wir lesen heute in dieser Universitätsstadt auf Chinesisch die Schrift, beten und beten Gott an – das Pendel schwingt noch, und die Tür steht die ganze Zeit offen.

Quellen