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Halle (Saale)
哈勒华人基督团契Chinesisch Christliche Gemeinde Halle

Halle & der GlaubePerson1726–1798

Christian Friedrich Schwartz

In Halle ausgebildet, der berühmteste Indien-Missionar des 18. Jahrhunderts

Halle druckte im 18. Jahrhundert nicht nur Bibeln, es sandte auch Menschen aus. Mindestens 60 Studenten dieser Universität gingen nach Übersee; der berühmteste von ihnen ging 1750 in Indien an Land und wirkte dort 48 Jahre lang als Missionar, bis zu seinem Tod.

Die Hallesche Ausbildung

Christian Friedrich Schwartz kam aus den Hörsälen von Halle. Die Theologische Fakultät der Universität wurde von Anfang an vom Pietismus geprägt und war die größte theologische Fakultät Deutschlands ihrer Zeit; rund 6.000 kirchliche Mitarbeiter wurden hier ausgebildet. Seit August Hermann Francke (1663–1727) verband diese Stadt Gebet, Bibel und Armenschulen zu einem einzigen Strang – und sandte ihre Studenten, Jahrgang um Jahrgang, in die Ferne.

Achtundvierzig Jahre

1750 traf Schwartz in Indien ein und führte die Arbeit der Dänisch-Halleschen Mission fort – jene erste organisierte protestantische Überseemission der Geschichte, die seit der Landung Bartholomäus Ziegenbalgs in Tranquebar 1706 bereits zwei Generationen lang in Indien gewirkt hatte.

Die folgenden 48 Jahre blieb er in Indien, bis zu seinem Tod 1798. Das Urteil der Kirchengeschichte über ihn ist knapp, aber gewichtig: der berühmteste Indien-Missionar des 18. Jahrhunderts.

Die zweite Welle

1793 kam William Carey nach Indien, und von diesem Jahr an rechnet man, was die Nachwelt die „moderne Missionsbewegung“ nennt; das Vorbild aber, das er in seiner Schrift „An Enquiry“ anführte, war eben jene dänische Mission. Dass Careys Gruppe in Serampore Fuß fassen konnte, verdankte sie dem Schutz des dänischen Statthalters – und dieser Statthalter stand unter dem Einfluss von Schwartz.

Die Einordnung der Kirchengeschichte ist damit klar: Halle war die erste Welle (1706), Carey die zweite, die auf ihren Schultern stand (1793). Schwartz steht zwischen beiden Wellen: Die verbliebene Kraft der ersten reichte durch ihn bis in die nächste.

In derselben Stadt

Der Mann, der 48 Jahre in Indien verbrachte, ging aus der Stadt hervor, in der wir heute leben. Über dem Portal des Waisenhauses stehen noch immer der von Francke selbst gewählte Bibelvers und jene beiden Adler, die sich der Sonne entgegen aufschwingen; Schwartz’ Leben liest sich wie eine lange Anmerkung zu diesem Vers. Seine Geschichte klingt in dieser Stadt nicht wie eine ferne Legende, sondern wie der Weg vor der Haustür.

Quellen