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Halle (Saale)
哈勒华人基督团契Chinesisch Christliche Gemeinde Halle

Halle & der GlaubePerson1490–1545

Albrecht von Brandenburg

Erzbischof von Mainz und Kardinal, 27 Jahre in der Moritzburg zu Halle

Er machte Halle zur Hauptstadt der Reliquien und schmückte es zugleich zur Schaubühne der Renaissance. Der Sturm von 1517 wurde von seiner Ablassmaschinerie entzündet, und 1541 verließ er die Stadt gedemütigt mit seinen Schätzen – Albrechts von Brandenburg (1490–1545) 27 Jahre in der Moritzburg sind das widersprüchlichste Kapitel in Halles Geschichte.

Schulden und Ablass

Um zugleich Erzbischof von Mainz zu werden, verschuldete sich Albrecht bei den Fuggern mit Zehntausenden Gulden. Am 31. März 1515 legte eine päpstliche Bulle die Aufteilung der Ablasseinkünfte fest: die eine Hälfte für den Bau des Petersdoms in Rom, die andere zur Tilgung seiner Schulden. Im Januar 1517 wurde Tetzel zu seinem Generalkommissar für den Ablass bestellt; im Oktober desselben Jahres gelangte die „Instruktion“ zu jenem Ablass in Luthers Hände und löste unmittelbar die 95 Thesen aus.

Der Zünder der Reformation lag in Halle.

Der Reliquienschatz

In seinen gut 27 Jahren in der Moritzburg erhob er das Hallenser Stift zur Stiftskirche eines Neuen Stifts, ließ es aufwendig ausbauen und verwahrte darin sein „Hallesches Heiltum“. Das 1520 gedruckte Heiltumsbuch verzeichnet: 42 ganze Heiligenleiber, 8.133 Reliquienpartikel und 353 kostbare Reliquiare; die zusammengerechneten Ablassjahre beliefen sich auf genau 39.245.120 Jahre und 220 Tage – der Reliquienschatz des Wittenberger Kurfürsten kam derselben Zeit auf etwa 1,9 Millionen Jahre, Halle also auf das Zwanzigfache. Die Reliquienschau wurde nur 1520 und 1521 zweimal öffentlich gehalten; Ende 1521 kam es deswegen zum Brief-Eklat mit Luther, worauf Albrecht in einem kleinlauten Schreiben einlenkte.

Der große Mäzen

Fairerweise sei gesagt: Er war auch einer der größten Mäzene der deutschen Renaissance. Er beauftragte Lucas Cranach den Älteren mit 16 Altären und über hundert Gemälden für das Hallenser Stift – der größte Gemäldeauftrag der deutschen Kunstgeschichte, wie es heißt; Dürer schuf zweimal ein Kupferstichporträt von ihm. Halles künstlerische Blütezeit und seine geistliche Krise sind zwei Seiten derselben Medaille.

Gedemütigter Weggang

Am 21. Februar 1541 wurde er aus dem Halle vertrieben, in dem er 27 Jahre residiert hatte: Das Neue Stift musste sich auflösen, der Reliquienschatz und die Cranach-Sammlung zogen mit ihm nach Aschaffenburg, und er kehrte nie wieder zurück. Keine zwei Monate später hielt Jonas in der Marktkirche die erste evangelische Predigt zum Karfreitag.

Er hatte die Ablassjahre einst bis auf die letzten 220 Tage genau berechnet; was die Stadt am Ende aber hörte, war eine andere Botschaft – Gnade ist nicht käuflich und nicht zu berechnen.

Quellen