Halle & der GlaubePerson1700–1760
Nikolaus Ludwig von Zinzendorf
Gründer der Herrnhuter Brüdergemeine; Schüler an Franckes Pädagogium in Halle
Als Junge trat Zinzendorf 1710 in das Pädagogium ein, das Francke in Halle für Adlige führte, und blieb sechs Jahre. Während dieser Schulzeit schloss er mit einigen Mitschülern einen kleinen Bund und gab ihm den Namen „Orden vom Senfkorn“. Die spätere Kirchengeschichte sollte diesem Samenkorn von der Schulbank viel Raum einräumen.
Die Schulbank
Zinzendorf trat 1710 ein und verließ die Schule 1716; sechs Jahre lang besuchte er das Pädagogium für Adlige, das August Hermann Francke (1663–1727) in Halle führte. Es war die Blütezeit des Pietismus: Die Gebäude des Waisenhauses wuchsen Jahr um Jahr, aus der Cansteinschen Bibelanstalt strömten die Bibeln, und von der indischen Missionsfront kamen regelmäßig Nachrichten nach Halle zurück. In dieser Luft wuchs der junge Mann heran.
Der Orden vom Senfkorn
Während der Schulzeit schloss er mit Mitschülern den „Orden vom Senfkorn“. Das Senfkorn ist in Jesu Gleichnis vom Himmelreich das kleinste aller Samenkörner; der Bund einiger Schüler trug einen denkbar kleinen Namen, hatte aber ein sehr großes Herz.
Der herangewachsene Baum
Nachdem er Halle verlassen hatte, gründete Zinzendorf die Herrnhuter Brüdergemeine, in der Kirchengeschichte als mährische Brüder bekannt. Diese Linie endete nicht in Deutschland: von Halle zu Zinzendorf und den Herrnhutern, weiter zu Wesley im Jahr 1738; und von dort zum Methodismus und zur großen evangelikalen Erweckung. Verfolgt man sie bis zur Quelle, so steht dort eine Schulbank in Halle.
Der kleinste Anfang
Diese Stadt hat gesehen, wie ein Samenkorn zu einem Baum heranwuchs, der in die Kirchengeschichte eingeschrieben ist. Wir, die wir uns heute in derselben Stadt versammeln, merken uns diese Ordnung: Die Dinge des Himmelreichs beginnen oft mit dem Kleinsten – und auch ein Versprechen an der Schulbank ist vor Gott nicht gering.
Quellen